Amundi Research: Die Eurozone schlägt Nordamerika beim ESG-Investing

Amundi Research: Die Eurozone schlägt Nordamerika beim ESG-Investing

Wien, Austria, 14.01.20,  von Amundi pays

Amundi hat die Auswirkungen von ESG-Kriterien auf die Portfolio-Performance untersucht.

  • Transatlantische Kluft: ESG ist in der Eurozone weiterhin eine Quelle für Outperformance. In Nordamerika sind die ESG-Renditen hingegen seit 2018 unter Druck geraten.
  • In Europa wirkt sich der Faktor „Soziales“ am stärksten aus. Es zeigt sich damit, dass Umwelt- und Governance-Aspekte nicht die einzigen Anliegen von Investoren sind. 
  • ESG ist inzwischen weitgehend in den Stock-Picking-Prozess integriert und steht nicht mehr länger nur für einfache Ausschlusskriterien.

Amundi, Europas größter Vermögensverwalter und einer der Pioniere im Bereich des nachhaltigen Investments, hat die Auswirkungen von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) auf die Portfolio-Performance untersucht. Im Fokus der Analyse steht die Frage, inwieweit ESG-Kriterien zwischen Januar 2018 und Juni 2019 Einfluss auf die Portfolio-Performance haben. Die Studie ist eine Aktualisierung der 2019 veröffentlichten ersten Untersuchung zu diesem Thema.

In jüngster Vergangenheit hat die globale Nachfrage institutioneller Kunden nach ESG-Investments stark angezogen. Amundi hat daher auf Basis aktueller Daten die Wertentwicklung von 1.700 Unternehmen aus fünf Anlageuniversen analysiert, die in den Indizes MSCI Nordamerika, MSCI EWU, MSCI Europa-ex EWU, MSCI Japan und MSCI World enthalten sind.

Die aktuelle Untersuchung bestätigt die Ergebnisse der ersten Studie. Diese hat ergeben, dass ESG-Kriterien zwischen 2010 und 2013 eine schwächere und ab 2014 eine stärkere Wertentwicklung zur Folge hat. Darüber hinaus ließen sich für den neuen Untersuchungszeitraum folgende neue Trends erkennen:  

  • Transatlantische Kluft: Nachdem die Berücksichtigung von ESG-Kriterien seit 2010 in Nordamerika und der Eurozone vergleichbare Auswirkungen auf die Portfolio-Rendite hatte, sind seit 2018 Divergenzen zwischen den beiden Regionen festzustellen. In der Eurozone hat ESG weiterhin einen positiven Einfluss auf die Rendite, wobei die Kriterien Umwelt und Soziales Outperformance brachten. Hingegen war in Nordamerika ein Rückgang der Alpha-Generierung in allen drei ESG-Dimensionen festzustellen, wobei sich der Faktor Umwelt sogar negativ auf die Wertentwicklung auswirkte. Legt man beispielsweise einen Best-in-Class-Ansatz zugrunde, bei dem die 20 Prozent der Aktien mit dem besten ESG-Ranking gekauft und die 20 Prozent mit dem schlechtesten ESG-Ranking verkauft werden, hätte dies in der Eurozone zu einer annualisierten Rendite von 5.8 Prozent geführt. In Nordamerika hätte man mit dieser Strategie nur 0.6 Prozent erwirtschaftet. Von 2014 bis 2017 hätte dieser Ansatz in der Eurozone 6.6 Prozent und in Nordamerika 3.3 Prozent gebracht.
  • Soziales – vom Ende an die Spitze. Die erste Amundi-ESG-Studie hat gezeigt, dass der Faktor Soziales zwischen 2010 bis 2017 am wenigsten Alpha generiert hat. Seit 2018 ist dies jedoch das Segment, das den größten Renditebeitrag gebracht hat. Es hat sich gezeigt, dass ein Portfolio, bei dem die 20 Prozent der Aktien mit dem besten Sozial-Ranking gekauft und die 20 Prozent mit dem schlechtesten Sozial-Ranking verkauft werden, hätte dies in der zu einer annualisierten Rendite von 2.9 Prozent in der Eurozone und 1.6 Prozent in Nordamerika geführt. Eine Optimierung des Indexes, bei dem die Gewichtung der Titel mit Blick auf einen möglichst geringen Tracking Error angestrebt wird, hätte bei einem Tracking Error von 50 Basispunkten eine Überrendite von 60 Basispunkten in der Eurozone und 40 Basispunkten in Nordamerika zur Folge gehabt. Ein Hintergrund dafür könnte sein, dass eine wachsende Zahl von Investoren ESG-Trends untersucht und dem Faktor Soziales größere Aufmerksamkeit schenkt.
  • Das ESG-Investing wird komplexer. Die Analyse hat zudem ergeben, dass ESG heute über die Auswahl und den Ausschluss von Best- und Worst-in-Class-Titel hinausgeht. So wird die stärker werdende Beziehung zwischen ESG-Ranking und Performance manchmal auch durch die Entwicklung so genannter Second-to-Worst-in-Class[1]-Aktien beeinflusst. Die „abnormale“ Performance dieser Aktien ist auf den Trend zukunftsgerichteter Strategien zurückzuführen. Bei diesen investieren Anleger nicht in Titel mit bereits guten ESG-Scores, sondern zukunftsgerichtet in Unternehmen, bei denen sich eine ESG-Verbesserung abzeichnet. Das Aufkommen von ESG-Momentum-Strategien und der stärkere Fokus auf eine dynamische Beurteilung von ESG-Ratings sind positiv zu bewerten, da dies der Komplexität des ESG-Investings besser gerecht wird. Es zeichnet sich ab, dass nachhaltig anlegende Investoren die zugrundeliegenden Themen besser durchdringen und die Schwarz-Weiß-Sicht auf Unternehmen in den Hintergrund rückt.

„Als verantwortungsbewusster Investor analysieren wir die Investitionsdynamik bei ESG kontinuierlich, um sicherzustellen, dass wir mit Blick auf die Bedürfnisse unserer Kunden gut positioniert sind“, erklärt Thierry Roncalli, Leiter des quantitativen Researchs bei Amundi. „Unsere neue Analyse zeigt, dass ESG weiterhin Mehrwert bringen. Infolge divergierender Entwicklungen in verschiedenen Regionen, bei den gewählten Strategien und den ESG-Komponenten wird das ESG-Investment immer differenzierter.“

„Die Komplexität und Vielfalt beim verantwortungsvollen Investieren hat zur Folge, dass Anleger auf neue Themen und Antriebskräfte reagieren sollten“, ergänzt Vincent Mortier, stellvertretender CIO der Amundi-Gruppe. „Wir haben festgestellt, dass in den letzten zehn Jahren die Mobilisierung und das Bewusstsein der Anleger dazu geführt haben, dass die Berücksichtigung von ESG-Faktoren von einem 'nice to have' zu einem 'must have' geworden ist".

Studienmethode

Die Untersuchung basiert auf quantitativen Daten von Januar 2018 bis Juni 2019 sowie ESG-Kennzahlen des Amundi ESG Researchs. Für jedes Unternehmen wurden der ESG-Gesamtscore sowie Ratings für die Kategorien Umwelt, Soziales und Governance von den Amundi-ESG-Analysten auf Basis von Bewertungssystemen von vier externen Anbietern ermittelt. Die Amundi-ESG-Analysten haben die Bewertungen jeweils final überprüft.

Veröffentlichung der Studie

Die Aktualisierung der Studie „ESG investing in recent years: new insights from old challenges” kann im Amundi Research Center unter http://research-center.amundi.com* abgerufen werden. Das erste Paper “The Alpha and Beta of ESG Investing” sowie die Zusammenfassung “How ESG Investing Has Impacted the Asset Pricing in the Equity Market?” können ebenfalls dort bezogen werden.

 

* Bitte beachten Sie, dass der oben angeführte Link eine Website öffnet, deren Inhalt nicht von der Amundi Austria GmbH kontrolliert und verantwortet wird. Durch die Nutzung des Links bestätigen Sie das Lesen und Ihre Zustimmung zu den folgenden Hinweisen:

 

 

Footnotes

 

  1. ^ [1] Second-to-Worst-in-Class: Die Analyse ordnet die Aktien nach ihrem ESG-Score fünf Quintilen zu, wobei das fünfte Quartil die 20 Prozent der Titel mit dem schlechtesten ESG-Score umfasst. Second-to-Worst-in-Class-Titel befinden sind entsprechend im vierten Quintil.

Dies ist eine Marketingmitteilung. Diese Unterlage richtet sich ausschließlich an Kunden mit Wohnsitz bzw Sitz in Österreich und ist nicht zur Weitergabe an Dritte, insbesondere „U.S. Persons“ gemäß Regulation S des U.S. Securities Act von 1933, bestimmt. Diese Nachricht und die Inhalte der verlinkten Website (im Folgenden „Dokument“) stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anteilen eines Investmentfonds oder zum Bezug einer Dienstleistung dar. Die im Dokument geäußerten Ansichten bezüglich der Markt- und Wirtschaftstrends können sich jederzeit aufgrund von Markt- und anderen Bedingungen ohne Verständigung ändern. Die Informationen, Einschätzungen oder Feststellungen im Dokument wurden auf Basis von Informationen aus Quellen erstellt oder getroffen, die nach bestem Wissen als verlässlich eingestuft wurden. Es kann nicht garantiert werden, dass Länder, Märkte oder Sektoren sich wie erwartet entwickeln. Die im Dokument geäußerten Ansichten sollten nicht als Anlageberatung, Wertpapierempfehlungen, Finanzanalyse oder als Hinweis auf den Handel für ein Produkt von Amundi Asset Management angesehen werden. Investitionen bergen gewisse Risiken, darunter politische Risiken und Währungsrisiken. Die Anlagerendite und der Wert des investierten Kapitals können sowohl sinken als auch steigen und auch den Verlust des gesamten investierten Kapitals zur Folge haben. Es wird weder ausdrücklich noch implizit eine Aussage oder Zusicherung über die Richtigkeit oder Vollständigkeit der im Dokument enthaltenen Informationen abgegeben. Amundi Asset Management übernimmt keine Haftung für jeglichen Verlust, der direkt oder indirekt aus der Verwertung jeglicher im Dokument enthaltenen Information entsteht. Bitte beachten Sie jedenfalls die Hinweise auf der verlinkten Website.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung von Investmentfonds, Wertpapieren, Indizes oder Märkten zu. Die Prospekte und die Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG sowie die Kundeninformationsdokumente (KID) für alle von Amundi Austria GmbH in Österreich öffentlich angebotenen Investmentfonds in ihrer jeweils aktuellen Fassung stehen den Interessenten unter http://www.amundi.at in deutscher bzw. in englischer Sprache zur Verfügung.

Dieses Dokument richtet sich ausschließlich an Journalisten und Medienvertreter. Die Informationen dienen ausschließlich dazu, Journalisten und Medienvertretern einen Überblick über das besprochene Thema zu verschaffen und ist ausschließlich für die unabhängigen redaktionelle Nutzung bestimmt. Amundi übernimmt keine Verantwortung für die Verwendung der Inhalte. Dieses Material basiert auf Quellen, die Amundi zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als zuverlässig erachtet. Daten, Meinungen und Analysen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden.

Kontakt
Über Amundi pays

Über Amundi

 

Amundi, der führende europäische Vermögensverwalter und einer der Top 10 Global Player[1], bietet seinen 100 Millionen Kunden – Privatanlegern, Institutionen und Unternehmen – ein umfassendes Angebot an aktiven und passiven Spar- und Anlagelösungen, in herkömmlichen Vermögenswerten oder in Sachwerten.

 

Mit seinen sechs internationalen Investmentzentren[2], den Researchkapazitäten im finanziellen und nichtfinanziellen Bereich sowie dem langjährigen Bekenntnis zu verantwortungsvollem Investieren ist Amundi einer der wichtigsten Akteure im Asset Management.

 

Die Kunden von Amundi profitieren von der Expertise und der Beratung von 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in nahezu 40 Ländern. Amundi wurde 2010 gegründet, ist seit 2015 an der Börse notiert und verwaltet aktuell ein Vermögen von mehr als 1,5 Billionen Euro[3].

 

 

Amundi, ein zuverlässiger Partner, der täglich im Interesse seiner Kunden und der Gesellschaft handelt.

 

www.amundi.com    

 

 

 

 

Footnotes

 

  1. ^ [1] Quelle: IPE „Top 400 asset managers“, veröffentlicht im Juni 2019 auf der Grundlage der verwalteten Vermögen zum 31.12.2018
  2. ^ [2] Boston, Dublin, London, Mailand, Paris und Tokio
  3. ^ [3] Zahlen Amundi zum 31.03.2020

Eine Frage ? Ein Bedürfniss ? IN VERBINDUNG TRETEN!

Amundi Webseite